Melonport (MLN Token) – Einfaches Verwalten von Investitionen in Kryptowährungen

Melonport ist ein Projekt aus der Schweiz und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 24 Millionen Dollar eines der derzeit noch kleineren Blockchain-Projekte. Melonport bietet Smart Kryptoasset-Management auf der Ethereum-Blockchain (weitere Blockchains sind für die Zukunft geplant). Klingt erstmal kompliziert, macht aber vieles einfacher.

 

Die Idee von Melonport

Nehmen wir an ihr würdet gerne in Kryptowährungen investieren. Dann ist es wie in unserem Buch ausführlich erläutert, ein guter Rat, eure Investition zu diversifizieren (aufzuteilen). Ihr investiert also nicht nur in eine Kryptowährung, sondern in 10 verschiedene. Diese 10 Kryptowährungen nennt man ein Portfolio.

Neben der Diversifikation ist Risikomanagement ein weiterer wichtiger Faktor beim investieren. Risikomanagement bedeutet z.B., dass Kryptowährungen, wenn sie um einen bestimmten Prozentsatz gefallen sind, automatisch verkauft werden sollen.

Risikomanagement bedeutet auch, dass nicht mehr als 5% des investierten Geldes beispielsweise in eine einzige Kryptowährung investiert wird.

Risikomanagement umfasst aber auch sogenanntes Rebalancing. Nehmen wir an, ihr habt 1.000 Euro in Bitcoin und 1.000 Euro in Ethereum investiert. Dann hat euer Portfolio einen Gesamtwert von 2.000 Euro. Euer Risiko ist auf beide Kryptowährungen zu gleichen Teilen aufgeteilt. Wenn der Bitcoin wert sich jetzt verdoppelt und Ethereum sich im Wert halbiert, dann ist der Bitcoin Anteil im Portfolio 2.000 Euro und der Ethereum Anteil 500 Euro. Euer Portfolio insgesamt ist auf einen Wert von 2.500 Euro gewachsen, jedoch hat sich euer Risiko dadurch verändert.

Bitcoin hat jetzt eine viel größere Gewichtung als Ethereum und die Gefahr von größeren Schwankungen steigt ebenfalls, da ihr viel mehr von einer Kryptowährung abhängig seid. Euer Risiko für das gesamte Portfolio, ist also gestiegen.

An dieser Stelle kommt Rebalancing ins spiel. Ihr würdet jetzt einen Teil eurer Bitcoins verkaufen und dafür Ethereum kaufen. Das klingt zunächst für viele unlogisch, aber einerseits reduziert ihr damit wieder euer Risiko und eure Schwankungen und außerdem sind die Kryptowährungen stark voneinander abhängig. Jetzt wo der Bitcoin gestiegen ist, ist die Chance ebenfalls gestiegen, dass Ethereum „nachzieht“ und ebenfalls steigt.

In der Praxis würdet ihr also Bitcoins für 750 Euro in Ethereum umtauschen und hättet dann beide Kryptowährungen für einen Anteil von 1.250 Euro, also wieder die ursprüngliche 50% Verteilung.

In unserem Buch Kryptowährung Daytrading und Investieren könnt ihr euch ausführlich über diese ganzen Details des erfolgreichen Investierens und minimierens von Risiken informieren.

Heute geht es um Melonport und Melonport macht genau das für euch. Ihr könnt bestimmte Regeln in der Blockchain hinterlegen und so eure Investitionen und euer Portfolio automatisch dezentral verwalten. Außerdem gibt es fertige Regeln von anderen, in die ihr direkt investieren könnt.

Diese Regeln werden von Melonport in Smart-Contracts und diversen Melonport Modulen verwaltet und Melonport hat eine Schnittstelle zu den größten Exchanges, so dass automatisch neue Kryptowährungen gekauft oder bestehende verkauft werden können.

Nach diesen Prinzipien der Diversifikation, Risikomanagement usw. funktionieren alle derzeitigen Fonds. Die meisten aktiven Fonds, haben aber Fondmanager, Risikoanalysten, Broker und etliche andere Mittelsmänner in ihrem Prozess, welche natürlich alle Geld kosten. Passive Index-Fonds wie ETFs sind da schon wesentlich interessanter, jedoch noch nicht so bekannt, da es da weniger Provisionen zu verdienen gibt. Melonport streicht diese ganzen Mittelsmänner und automatisiert diese Prozesse in Smart Contracts. Dadurch wird das Investieren in Kryptowährungen nicht nur einfacher, sondern auch deutlich günstiger.

Außerdem können Fondsmanager einen Fond zusammenstellen und ihr könnt direkt in diesen Investieren. Die Fondsmanager können dazu die verschiedenen Melonport-Module benutzen wie Schnittstellen zu Exchanges oder für die Compliance und so einfach einen Fond aufsetzen und Gelder von Investoren verwalten. Das verringert die Eintrittshürden für Fondsmanager enorm und die Investoren auf der anderen Seite profitieren von der Transparenz und den viel geringeren Kosten.

Die Idee von Melonport ist es also, das Investieren in Kryptowährungen zu vereinfachen und günstiger zu machen. Sowohl für die Investoren, als auch die Fondsmanager. Außerdem gibt es eine Art Marktplatz, wo Fondsmanager ihre Fonds für Investoren anbieten können. In der aktuellen Aktienwelt ist dieses Konzept mit Wikifolio vergleichbar und dem Social Trading.

Die Hauptvorteile des Melonport Projekts sind:

  • Offen: Die Smart Contracts die die Investition verwalten, sind völlig transparent und für alle einsehbar, ebenso die Strategie der Fondsmanager, die Transaktionen und die Historie
  • Einfach: Sowohl einen Fond aufzusetzen als auch die Investition sind wesentlich einfacher möglich, durch die reduzierte Komplexität werden auch kosten gespart
  • Dezentral: es gibt keine zentrale Institution, der man als Investor blind Vertrauen muss, die Verwaltung erfolgt dezentral auf der Blockchain

Das Potential von Melonport

Das Potential von Melonport ist sehr groß, da es ein Problem löst, in dem es um sehr viel Geld geht.  Alleine der derzeit nach Volumen größte Fond der Welt, der SPDR S&P 500 ETF, verwaltet über 200 Milliarden Euro. Hier geht es um Summen, die für normale Menschen nur noch schwer vorstellbar sind. Doch es gibt auch Konkurrenz in diesem Feld, die wir euch in den kommenden Wochen auch noch vorstellen werden wie Waves, Iconomi, Metaverse oder Blackmoon. Diese Projekte sind derzeit teilweise um den Faktor 10 bis 20 Höher bewertet.

Das Thema Kryptoasset-Management ist auf jeden Fall sehr wichtig und wird eines der großen Themen insbesondere für institutionelle Anleger und Großinvestoren sein. Für die Professionalisierung von Kryptoinvestitionen ist dies eine der Voraussetzungen.

Ob jedoch eine der derzeitigen Plattformen sich durchsetzen wird oder die großen Fonds auf Inhouse Lösungen setzen werden, ist nicht absehbar derzeit. Die aktuelle Marktkapitalisierung und der aktuelle Kurs haben derzeit aber noch großes Wachstumspotential.

Die Bewertung von Melonport

Viele Projekte neigen ja dazu, diverse Sachen zu versprechen. Das Whitepaper von Melonport skizziert zwar den groben Ansatz, zu den technischen Details wird jedoch nichts weiter gesagt. https://github.com/melonproject/paper/blob/master/melonprotocol.pdf . Persönlich hätte ich ein besseres Gefühl, wenn dort mehr technische Details enthalten wären. Aus Marketing-Gründen heißt ihr Whitepaper Greenpaper, aber das alleine schafft da leider nicht genug Mehrwert.

Die Dokumentation des Codes und der Schnittstellen ist meiner Meinung nach für Entwickler derzeit leider nicht ausreichend. Die letzte Aktualisierung ist 8-10 Monate her und vorhandene Standard Systeme zur Dokumentation werden nicht eingesetzt. Im aktuellen Blogpost auf Medium wird aber erwähnt, dass sie an der Dokumentation arbeiten und jeder Entwickler weiß, dass dies eine große Herausforderung ist, auf die keiner Lust hat. Coole neue Features zu bauen, macht einfach mehr Spaß.

Wichtige Punkte wie Security werden in der aktuellen Dokumentation leider gar nicht weiter erwähnt. Kritisch finde ich auch einige Aussagen wie:

We can observe that unsystematic risk can be completely eliminated from the portfolio by sufficiently diversifying or simply having a sufficient number of assets in the portfolio.

Wir reden hier von Kryptowährungen, also einer Klasse von Vermögenswerten und hier ist es meiner Meinung nach praktisch unmöglich, unsystematische Risiken zu eleminieren. Das geht nur über viele möglichst unabhängige Klassen von Vermögenswerten z.B. Rohstoffe, Immobilien, Wald, Oldtimer usw. Innerhalb einer Klasse von Vermögenswerten ist die Abhängigkeit immer zu groß, auch wenn ich 1.000 Kryptowährungen kaufe. Es wird auch Nassim Nicholas Taleb zitiert, aber genau dieser schreibt in seinem großartigen Buch der „Schwarze Schwan“ von genau solchen Risiken und Unwahrscheinlichen Ereignissen und das man diese nicht ausschließen kann.

Die Ansätze zur Portfolioverwaltung sind sehr gut und eigenen sich hervorragend für die Blockchain, aber ich denke, die Versprechungen des Projektes sind teilweise unrealistisch. Aber es ist auch gar nicht notwendig so weit zu gehen. Wenn man als Referenz den derzeitigen Stand von der Verwaltung von Fonds nimmt, ist Melonport ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.

Für eine akkurate Bewertung ist es derzeit noch zu früh. Dass was bisher sichtbar ist, sind gute Ansätze, zu einer wichtigen Idee in einem Markt, in dem es um sehr viel Geld geht und akute Probleme zu lösen sind.

Besonders positiv an Melonport ist, dass Sie die Fertigstellung des Produktes offensichtlich höher priorisieren als Marketing. Das macht es grundsätzlich zu einem interessanten Investment.

Außerdem haben sie ein funktionierendes Produkt und zumindest eine erste Testversion erfolgreich veröffentlicht. Der Rest bleibt derzeit abzuwarten. Mit den derzeitigen Ressourcen wird es wohl noch eine Weile dauern.

 

Das Team und die Story

Gründer des Melonport Projektes sind Reto Trinkler, ein Programmierer und Techniker und die ehemalige Goldman Sachs Bänkerin Mona El Isa die in der Finanzbranche einen recht beeindruckenden Karriereweg hinlegen konnte und die notwendige Expertise im Bereich Fonds/Finanzverwaltung mitbringt. Unterstützt werden die beidem von einem kleinen Team von 8 Leuten und einem Board welches einige in der Krypto-Szene bekannte Namen wie George Hallam enthält. Kompetenz dürfte also durchaus vorhanden sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Für die gesteckten Ziele ist das Team meiner Meinung nach jedoch zu klein, hier wären mehr Ressourcen notwendig, insbesondere da die Konkurrenz teilweise diese Ressourcen hat.

Positiv ist, dass es sich um ein Schweizer Projekt handelt und dementsprechenden Regularien unterliegt. Verantwortlich für die Entwicklung ist die Schweizer Firma Melonport AG die Ende 2016 das Projekt gestartet hat.

Aktuell hat das Melonport Projekt auch einige interessante Partnerschaften verkündet wie mit dem Projekt Midas, einer Investment App die es erlaubt mit einem einzigen Klick Investments zu verwalten.

Die Melonport Software und Roadmap

Das Melonport Projekt hat insgesamt 46 Projekte auf github derzeit. Die wichtigsten Komponenten sind jedoch:

  • Das Melonport Protokoll: Dies sind eine Reihe von Smart Contracts für das Verwalten von Investitionen. Fondsmanager können diese verschiedenen Module kombinieren und so schnell und einfach ihren individuellen Fond erstellen.
  • Das Melon Token (MLN): Das Token ermöglicht Mitbestimmungs und Nutzungsrechte
  • Das Melonportal: Eine Webseite die eine einfache grafische Verwaltung der Investitionen ermöglicht und auch als Whitelabel-Lösung zur Verfügung steht
  • Die Community: Die Community hat die Möglichkeit eigene Melonport Module zu entwickeln und jeder kann auch eigene Fonds aufsetzen

Es fällt auf, dass maximal 11 Leute an den vielen Projekten auf gibthub beteiligt sind und das der Großteil der gestarteten Projekte auf github eher inaktiv sind. Die Kernkomponenten scheinen aber derzeit noch aktiv weiter entwickelt zu werden und es gibt regelmäßig Updates. Eine besondere Ausnahme bildet oyente, welches herausragend ist. Formale Software Verifizierung ist ein extrem herausforderndes Feld, auf dem es viele spannende Problem gibt, und welches für Smart Contracts hoch interessant ist. Nur mit Fondsmanagement hat das leider nichts zu tun.

Die Roadmap auf der Webseite endet im Februar 2018, was natürlich kein sehr gutes Image vermittelt. Es gibt aber im Blog und auf Medium mehr oder weniger regelmäßige Updates darüber, was aktuell passiert. Für Investoren ist eine fehlende Roadmap natürlich kritisch.

Positiv ist aber, dass die bisherigen Deadlines eingehalten wurden und es einen funktionierenden Prototypen gibt. Portfolios können verwaltet werden und Token gehandelt werden. Die finale dritte Phase wird vermutlich Anfang 2019 abgeschlossen sein.

Das Melonport Token (MLN)

Das Melonport Token mit dem Handelskürzel MLN ist ein ERC-20 Token. Es basiert also auf der Ethereum Blockchain und kann mit allen gängigen Tools dafür verwaltet und gehandelt werden. Das Token ermöglicht eine Mitbestimmung und ist notwendig, um eigene Fonds auf dem Melonport Protokoll aufzsetzen. Sobald also größere Fonds verfügbar sind, gibt es auch einen konkreten Bedarf an Token und dieser wird mit der weiteren Verbreitung steigen.

Tokenverteilung

Aktuell sind 599.400 MLN von 1,250,000 MLN möglichen Token im Umlauf. Im ersten ICO wurden bereits 750.000 Token erstellt, von denen 600.000 handelbar sind. Die restlichen Token sind für 2 Jahre nicht handelbar. Der zweite Melonport ICO steht demnächst an und es werden nochmals 500.000 Token verfügbar sein. Der erste ICO war extrem schnell ausverkauft und im zweiten Durchlauf ist ein ähnliches Ergebnis zu erwarten. Die Melonport Ag selbst hat 100.000 Token zu ihrer freien Verfügung und weitere 150.000 Token gehen an Berater, Partner und Gründer.
Das Protokoll sieht aber auch vor, das jährlich bis zu 625.000 neue MLN Token generiert werden können. Ob das der Fall sein wird entscheidet sich im Februar 2019, nach der ersten Entwicklungsrunde.

Melonport Prognose

Die Kursentwicklung hatte Anfang 2018 mit 240$ ihren Höchststand und liegt aktuell wieder deutlich darunter bei ca. 30-40$. Mit den aktuellen Entwicklungen und der Erholung des aktuellen Kryptomarktes ist ein Erreichen des alten Höchststandes durchaus realistisch.

Melonport Wallet

Als Wallet kommen alle ERC-20 fähigen Wallets in Frage wie beispielsweise myetherewallet.com oder aber ihr könnt die Melonport Token auch auf eurem Ledger nano S speichern.

Melonport Mining

Ein Mining ist nicht vorgesehen. Melonport Token können auf bittrexx, binance oder Kraken gehandelt werden.

Melonport kaufen

Melonport Token könnt ihr auf Kraken und Bittrexx kaufen. Dies sind die größten Börsen und die Liquidität ist ausreichend. Dazu geht ihr zunächst über eine Währung wie Bitcoin oder Ethereum und tauscht diese dann wiederum in MLN Token.

Melonport /MLN-Token Kurs

Der Aktuelle Kurs beträgt 43$ pro MLN Token.

 

Fazit zu Melonport und dem MLN Token

Trotz einiger Kritikpunkte, sehe ich Melonport derzeit als eine gute Investition und ein Projekt das im Vergleich zu den größeren genannten Alternativen noch stark unterbewertet ist. Ein Team das konstant daran arbeitet und seit 2 Jahren regelmäßige Fortschritte vorweisen kann. Ein Projekt, das die Fertigstellung des Produktes höher priorisiert als das Marketing. Aktuelle Partnerschaften, die bekannt geworden sind, mit anderen interessanten Kryptoprojekten wie Midas oder 0x sprechen ebenfalls für eine Investition. Aktuell liegt der Kurs bei einem sechstel des Höchstkurses und dementsprechendes ist auch ein solides Wachstumspotential vorhanden.

By |2018-06-10T10:11:32+00:00Juni 9th, 2018|Cryptowährungen|0 Comments

Leave A Comment